Kinderladen Hauruck
Kinderladen Hauruck

Pädagogisches Konzept

PÄDAGOGISCHES KONZEPT

 Kinderladen Hauruck e.V.

(Erarbeitung April 2009, aktualisiert 2016)

 

 

1. Entstehung der Konzeption

 

8. April 2009…Prieros…21 Grad und Sonnenschein…gute Laune…

Am Entstehungsprozess dieses Konzeptes beteiligte sich das gesamte Erzieherteam. Anregungen holten wir uns aus dem Berliner Bildungsprogramm, anderen Konzeptionen, Fachliteratur und Senatsvorgaben. Eigene individuelle Vorstellungen, Ansprüche, Herausforderungen spielten dabei eine große Rolle.

 

2. Soziales und kulturelles Umfeld der Kinder und ihrer Familien

 

Der Kinderladen Hauruck liegt im Stadtteil Berlin-Friedenau, Teil des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg.

Der Stadtteil Friedenau verfügt über einen großen Altbau-Bestand mit vielen Grünflächen und sorgt somit für eine hohe Lebensqualität. Die Sozialstrukturen setzen sich überwiegend aus dem Bildungsbürgertum zusammen. Entsprechend sind die pädagogischen Ansprüche an die Kindertageseinrichtungen und Schulen. Dabei ist auch das hohe Engagement der Eltern hervorzuheben.

Ein bedeutender sozial-ökonomischer Aspekt ist auch die Nutzung verschiedener Bildungsangebote: Bibliothek, Markt, Turnhalle, Sportangebote, diverse Spielplätze, Volkspark, das Nachbarschaftsheim Schöneberg usw. Diese Möglichkeiten werden auch von uns vielseitig genutzt.

Durch eine geringe multikulturelle Vielfalt in unserem Kiez, ist es unsere Aufgabe, andere Lebensweisen, Ansichten, Werte und Religionen den Kindern nahe zu bringen.

Des Weiteren tauchen wir ein in die Kiez-Kultur und Kiez-Geschichte, z.B. Beschäftigung mit dem jüdischen Leben durch das Pflegen der Stolpersteine.

 

3. Rahmenbedingungen

 

3.1 Räumlichkeiten:

 

Der Kinderladen Hauruck ist eine Elterninitiative und vor ca. 30 Jahren aus einem Hausprojekt entstanden. Bei den Räumlichkeiten handelt es sich um eine ehemalige 3-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad im Erdgeschoß, in die eine begeh- und bespielbare Hochetage eingezogen wurde. Dort oben befinden sich ein Kinderhäuschen und viel Raum für die Kinder, um sich zurückzuziehen, zu krabbeln, zu kuscheln und zu klettern. Außerdem gibt es einen Tobe- bzw. Ruheraum. Dort befinden sich eine Sprossenwand, eine Hängematte und Matratzen, die nach den jeweiligen Bedürfnissen ausgelegt werden. Weiterhin gibt es einen großen Raum mit Spielen, Spielzeug, Büchern, Spielküche, Wohnhäuschen, Kaufmannsladen, Burg, Bauernhof und Puppenhaus, nach Themen eingeteilt. Zusätzlich gibt es einen Kreativraum, in dem überwiegend Vorschule sowie Bastel- und Malarbeiten stattfinden.

Weitere Räumlichkeiten, die wir nutzen können, sind: das komplett ausgebaute Dachgeschoß zum Feste feiern, Musizieren, Tanzen oder als Schlechtwetteralternative, der Dachgarten, die Galerie, eine Werkstatt, drei Vorgärten zum Buddeln, draußen Essen und Planschen.

 

Direkt im Vorgarten des Kinderladens ist eine großzügige Buddelkiste, die durch eine im Eingangsbereich gelegene, verschließbare Tür und eine Rutsche vom Fensterbrett des großen Spielzimmers begehbar ist.

Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine städtische Grünanlage mit einem großen Spielplatz, der den Kindern je nach Wetter weitere Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten bietet.

 

3.2 Öffnungszeiten

 

Wir haben täglich von 8:00 bis 16:30 Uhr geöffnet (freitags bis 16 Uhr).

Es bestehen drei feste Schließzeiten: die zweite Osterferienwoche,die letzten drei Wochen der Sommerferien und die Werktage zwischen Weihnachten und Neujahr, außerdem Brückentage.

Eventuelle zusätzliche Schließzeiten ergeben sich nach Abstimmung mit den Eltern.

 

 

3.3 Personalstruktur

 

Das Haurucki-Team besteht aus Mieke, Hildegard, Kati und Lara. Unterstützt werden wir von einem/einer BundesfreiwilligendienstlerIn und gelegentlich von PraktikantInnen.

 

 

                  Mieke Keller :

  • Geb.: 11.04.1974
  • Berufserfahrung seit 1996; bei den Hauruckis seit 2002
  • Schwerpunkte: Psychomotorik, Morgenkreis, Integration, Englisch
  • Qualifikation: staatliche Anerkennung als Erzieherin und Heilpädagogin

 

                  Hildegard Schweitzer-Thoma:

  • Geb.: 26.08.1960
  • Berufserfahrung seit 1980; seit 2000 als Musikpädagogin bei den Hauruckis und seit Herbst 2008 teilzeitbeschäftigt als fester Bestandteil des Teams
    • Schwerpunkte: Musikalische Früherziehung, Integration
    • Qualifikation: staatliche Anerkennung als Erzieherin und Heilpädagogin

 

               

                   Kati Toll:

  • Geb.: 13.04.1991
  • Seit Sommer 2016 im Kinderladen, davor bereits 2 Praktika im Rahmen der Erzieherausbildung im Kila absolviert
  • Schwerpunkte: Kreativität, Vorschule
  • Qualifikation: staatliche Anerkennung als Erzieherin

 

 

               Lara Maier:

  • Geb.: 30.05.1987
  • Seit Februar 2019 Im Kinderladen, davor Mama eines Kindes im Kinderladen
  • Schwerpunkte: Literacy Erziehung
  • Qualifikation: staatliche Anerkennung als Erzieherin

 

 

 

3.4 Gruppenstruktur:

 

Die Gruppe des Kinderladens besteht bewusst aus einer altersgemischten Gruppe, in der Regel aus 14-15 Kindern im Alter von 2-6 Jahren, im besten Falle bestehend aus 3-4 Kindern pro Altersgruppe.

Überwiegend wird der Tagesablauf gemeinsam von allen erlebt; es gibt jedoch auch altersgerechte Angebote, bei denen die Gruppe geteilt wird, z.B. Musik, Vorschule, Morgenkreis, Kreativgruppe, kulturelle Angebote, Psychomotorik, Instrumentalunterricht (Blockflöte, Triola) usw.

 

4. Präambel (Leitbild des Kinderladens)

 

In unserem Kinderladen soll sich jeder wohlfühlen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe, Kultur, Religion, sexueller Orientierung. Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der jedes Kind die Möglichkeit hat, sich individuell zu entwickeln, sich einzubringen und seine Meinung zu vertreten. Dazu gehören Geborgenheit, Sicherheit, Ausgeglichenheit, Kontinuität, Liebe, Wärme, Ehrlichkeit, Authentizität, Anerkennung und Wertschätzung. Nur so funktioniert unserer Meinung nach ein soziales Miteinander. Gleichzeitig ist dies die Basis für gesundes, kreatives Lernen.

 

Hierbei steht immer auch die Einzigartigkeit jedes Kindes im Mittelpunkt. Den Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten der Kinder entsprechend geben wir Lernimpulse und Spielanreize.

 

Schutzauftrag für das Kindeswohl

 

Im Sozialgesetzbuch VIII (Kinder- und Jugendhilfe) § 8a hat der Gesetzgeber den Schutzauftrag definiert. Hier wird unter anderem auch die Verantwortung der Kitas und Kilas für das Wohl der Kinder betont und der Weg aufgezeigt, wie die Aufgabe möglichst im Kontakt mit den Eltern wahrgenommen werden soll.

Ziel ist es, den Kontakt mit den Eltern auch in Krisensituationen so zu gestalten, dass das Wohl des Kindes im gemeinsamen Mittelpunkt steht.

Beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung während der Kinderladenzeit orientieren wir uns an den Vorgaben des Jugendamtes.

Somit beinhaltet unser Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung folgende Schritte:

  • Beobachten und Erkennen möglicher Kindeswohlgefährdung
  • Austausch im Team und mit der Kinderschutzfachkraft
  • gemeinsame Risikoabschätzung
  • Gespräch mit den Eltern oder Sorgeberechtigten
  • gegebenenfalls  beratendes Gespräch mit dem Jugendamt
  • Aufstellen eines Beratungs- oder Hilfeplans
  • Überprüfung des Erreichens der Zielvereinbarung
  • gegebenenfalls  Einschaltung des Jugendamtes

 

Die Ergebnisse des Fallteams werden schriftlich festgehalten und sind somit jederzeit nachvollziehbar.

 

 

 

4.1 Bild vom Kind

 

Jedes Kind ist ein eigenständiges Wesen mit seinen individuellen Stärken und Schwächen. Jedes Kind bringt seine umweltbedingten Erfahrungen und Einflüsse mit in die Gruppe. Alle Kinder sind gleich, jedes Kind ist anders!

 

4.2 Bildungsverständnis

 

Bildungsverständnis ist für uns:

  • sich ein Bild von sich selbst in dieser Welt zu machen
  • sich ein Bild von anderen in dieser Welt zu machen
  • das Weltgeschehen zu erleben und erkunden

 

Ein aktives Kind bildet sich immer. Kinder können nicht gebildet werden. Sie sind neugierig und wollen aus eigenem Antrieb lernen! Unsere Aufgabe ist es, die Kinder darin zu begleiten und die bestmögliche Förderung zu schaffen. Bildung ist ganzheitlich!

 

Inklusive Bildung

 

Jedem Menschen muss das gleich Recht auf die Entwicklung seiner Persönlichkeit und auf die Teilhabe an der Gemeinschaft gesichert werden.

Bildungsprozesse sind deshalb so zu gestalten, dass alle Kinder bei unterschiedlichen Voraussetzungen gleiche Bildungschancen und ein Recht auf aktive Beteiligung an allen Entscheidungen haben, die sie betreffen.

 

Es ist uns besonders wichtig, jedem Kind einen Raum zu schaffen, in dem es sich wohl, geborgen und angenommen fühlt.

Unser Ziel ist es, durch die respektvolle Begegnung und Beachtung der Individualität jedes einzelnen Kindes, den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden.

 

 

4.3 Bildungsauftrag und Bildungsziele

 

                  a) ICH-Kompetenzen

  • sich seiner selbst bewusst sein
  • den eigenen Kräften vertrauen
  • eigenverantwortliches Handeln
  • Unabhängigkeit und Eigeninitiative erlernen
  • sich seinen Gefühlen bewusst werden und diese ausdrücken
  • Stärken und Schwächen erkennen und akzeptieren
  • eigene Meinung vertreten

 

                  b) Soziale Kompetenzen

  • soziale Beziehungen aufnehmen, mit gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung
  • sich anderen gegenüber verantwortlich verhalten
  • soziale und gesellschaftliche Sachverhalte erfassen
  • unterschiedliche Interessen aushandeln
  • zuhören
  • Konflikte aushandeln und Kompromisse schaffen
  • Kritikfähigkeit
  • Toleranz 

 

                  c) Sachkompetenzen

  • sich die Welt aneignen
  • sich theoretisches und praktisches Wissen und Können aneignen
  • Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit entwickeln
  • Zielstrebigkeit, Wissbegier und Ausdauer entwickeln
  • Wahrnehmen von unterschiedlichen Sprachen
  • sprachliche Ausdrucksmöglichkeit
  • Interesse an Büchern
  • Umgang mit Materialien und Erlernen von Arbeitstechniken usw.
  • körperliche Beweglichkeit
  • Verantwortung übernehmen im Umgang mit Sachgegenständen

 

d) Lernmethodische Kompetenzen

  • Grundverständnis, dass man lernt, was man lernt und wie man lernt
  • sich selbst Wissen und Können aneignen
  • von anderen lernen
  • Fehler erkennen und einsehen
  • verschiedene Lösungswege finden
  • Lust am Lernen entwickeln
  • Neugier erhalten - „Kinder wollen sich und die Welt erkunden“

 

5. Bildungsbereiche

 

         Körper, Bewegung und Gesundheit

  • Turnen/Psychomotorik
  • Rausgehen
  • Ausruhen
  • Zähneputzen
  • Musik
  • Morgenkreis
  • Entspannungsreisen
  • Klettern und Toben

 

                  Soziale und kulturelle Umwelt

  • Rollenspiel
  • Regeln
  • Morgenkreis
  • Ausflüge
  • Fotos
  • Kommunikation
  • Helfen
  • Musik

 

                  Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien

  • Tischgespräche
  • Morgenkreis
  • Reime
  • Musik
  • Theater
  • Vorlesen
  • Englisch
  • Sprachlerntagebuch
  • Schreibübungen
  • CDs
  • Internet als Informationsquelle

                 

Bildnerisches Gestalten

  • Basteln
  • Malen
  • Malprojekt – Vernissage
  • Museen
  • unterschiedliche Materialien, Farben, Werkzeuge
  • Theateraufführungen

 

                  Musik

  • Musikalische Früherziehung
  • Entspannungsreisen
  • Klassikradio
  • CDs
  • eigene gewünschte Lautstärke
  • Morgenkreis
  • Instrumente kennenlernen und bespielen
  • Konzertbesuche
  • Internet als Informationsquelle

 

                  Mathematische Grundlagen

  • Zahlen lesen und schreiben
  • Alter
  • Auszählreime
  • Bezahlen
  • Zeitverständnis
  • Morgenkreis: Zählen
  • Formen
  • Gesellschaftsspiele

 

                  Naturwissenschaften und technische Grunderfahrungen

  • Wald
  • Tiere
  • Pflanzen
  • technisches Spielzeug
  • Museen
  • Kochen
  • mit Wasser spielen (z.B. Buddelkiste)
  • Ausflüge
  • Globus
  • Experimente

 

                  Alle Bereiche werden auch in der Vorschule bearbeitet und vertieft.

 

5.1 Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

 

                  siehe Anhang

 

 

6. Pädagogisch-methodische Umsetzung der Bildungsbereiche

 

6.1 Gestaltung des täglichen Lebens im Kinderladen

 

Die Kinder werden dort abgeholt, wo sie stehen. Ausgangspunkt ist immer das, was sie können.

Den Kindern wird die nötige Ruhe und Zeit gegeben, Sachen selbst zu bewältigen.

Die Meinung der Kinder wird gehört und hat Gewicht. Partizipation gilt bei uns im gesamten Alltag und bedeutet die ernst gemeinte, altersgemäße Beteiligung der Kinder am Kinderladengeschehen (laut § 45, Abs. 2, Nr.3, SGB VIII).

Trotzdem muss jeder sich manchmal auch Mehrheitsbeschlüssen unterordnen.

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen Eltern und ErzieherInnen sind unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg unserer Erziehungsarbeit.

 

Die Eltern sind und bleiben wichtigster Bezugspunkt für das Wohl ihres Kindes. Aber auch die Bindung zu den   ErzieherInnen hat einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des kleinen Kindes. Deshalb wollen wir ErzieherInnen durch Selbstannahme, Verlässlichkeit, Transparenz der eigenen Gefühle, Wahrnehmen und Einlassen auf die Gefühle der Mitmenschen, Toleranz, Akzeptanz, Kreativität, Klarheit und Lebensfreude nachahmenswertes Vorbild für die Kinder sein. Hierbei besteht immer beiderseits die Möglichkeit des Irrtums, des Einsehens von Fehlern und des Entschuldigens.

Wir geben den Kindern in einer Atmosphäre von Geborgenheit die Möglichkeit, ihre Gedanken, Phantasien, Probleme und Alltagssituationen durch Sprache, Körpersprache, Mimik und kreatives Gestalten ausdrücken zu lernen.

Wir unterstützen die Kinder im Umgang mit ihren Gefühlen. Gefühle werden zugelassen. Freude, Trauer, Schmerz oder Wut werden nicht unterdrückt und ignoriert. Nur so können die Kinder lernen, sich und später auch verstärkt andere wahrzunehmen und einzuschätzen. Dies bedeutet bei Konflikten, dass die Kinder lernen sollen, diese möglichst selbständig auszutragen. Dabei zeigen wir ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten, wie miteinander reden, Hilfe oder Unterstützung bei anderen suchen und u.U. sich auch fair körperlich auseinanderzusetzen.

 

Sozialverhalten

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die sukzessive Steigerung der sozialen Kompetenz. Die Kinder sollen lernen, die Interessen von anderen Kindern zu respektieren. Sie erfahren die Bedeutung und Notwendigkeit von Geborgenheit und Bindung, Freundschaften und Beziehungen. Rücksichtnahme der Älteren gegenüber der Jüngeren, gegenseitige Hilfsbereitschaft und Unterstützung ist uns wichtig.

Hierbei sind sowohl die Einzigartigkeit und die individuellen Bedürfnisse für uns von großer Bedeutung, wie auch das Einfühlen in die Gruppe und das Akzeptieren von Gruppenentscheidungen. Die Kinder sollen lernen, für sich und für andere Kinder Verantwortung zu übernehmen.

Konkurrenz zwischen einzelnen Kindern und Kindergruppen soll nach Möglichkeit verhindert bzw. gegebenenfalls abgebaut werden. Dies schließt fairen Wettkampf nicht aus.

 

Selbständigkeit und Selbstbewusstsein

Die Kinder sollen in möglichst vielen Lebensbereichen eigenständig zurechtkommen. Ein Kind, das sich selbst bewusst ist, dass es schon vieles gelernt und in seinem Leben bereits vielfältige Fähigkeiten und umfangreiches Wissen erworben hat, kann die neuen Herausforderungen mit Selbstvertrauen annehmen und seine Motivation erhalten. Die Kinder sollen ihre eigenen Bedürfnisse erkennen und artikulieren lernen. Dazu gehört auch, dass die Kinder ihren Körper bewusst erleben und mit ihren individuellen Möglichkeiten und Grenzen experimentieren.

 

Kreativität

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit sind Gestaltungsprozesse. Bei ihren Versuchen, die Welt kennen und verstehen zu lernen, beschreiten die Kinder ganz eigene Wege und greifen hierbei zu den unterschiedlichsten Mitteln. Indem sie zeichnen, basteln, kleben, kneten etc. setzen sie sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und verarbeiten ihre Erlebnisse. Die kreative Tätigkeit der Kinder hat demnach eine Erkenntnis- und Empfindungsebene zugleich.

Hierfür stellen wir eine anregungsreiche Umgebung und vielseitige Materialien zur Verfügung.

 

 

 

Regeln

Neben der Möglichkeit, ihre Freiheit auszuleben, gibt es jedoch auch Gruppenregeln und Grenzen, die einzuhalten sind. Diese werden von uns konsequent eingehalten und eingefordert, um den Kindern Orientierung und Halt im Tagesablauf zu geben. Regeln sollen das Leben der Kinder nicht einschränken, sondern ihnen Sicherheit vermitteln. Dies trägt auch zu einem respektvollen Miteinander bei.

Beispiele: Regeln im Verkehr (Verkehrserziehung), beim Essen (sitzen bleiben bis alle fertig sind, alles probieren), Aufräumen, gegenseitiges Zuhören und Ausreden-Lassen usw..

 

 

6.2 Spiel

 

Das Spielen ist die zentrale Aneignungsform der Kinder. Spielen ist Lernen!

Dem Spiel kommt in der kindlichen Entwicklung eine unschätzbare Bedeutung zu. Im Spiel verarbeitet das Kind Erlebtes und gewinnt Erkenntnisse über sich selbst und seine Umwelt. Es macht dabei vielfältige Erfahrungen und lernt Zusammenhänge herzustellen. Es begreift seine gegenständliche und soziale Umwelt.

Ziel ist auch das eigenständige Lernen des konfliktfreien Umgangs miteinander. Deshalb hat das freie Spiel in unserem Kinderladen eine hohe Bedeutung.

 

6.3 Projektarbeit

 

In der Projektarbeit werden alle Bildungsbereiche und Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit berücksichtigt und zusammengefügt.

Definition: Ein Angebot ist nicht mit einem Projekt gleichzusetzen. Projektarbeit wird gemeinsam mit den Kindern geplant und umgesetzt und ist befristet. Die Themen sind an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder orientiert. Daraus gewonnene Erkenntnisse sind übertragbar in den Alltag.

Beispiele: Umwelt, Natur, Ernährung, Ausstellungen, Musik, Theater, Jahreszeiten usw..

 

6.4 Räumliche Gestaltung

 

Wir bieten den Kindern Räume, die anregen, zu spielen, kreativ zu sein, zu entdecken, zu erforschen, zu animieren etc., um Lernprozesse in Gang zu setzen und vielseitige Erfahrungen zu machen. Es gibt Funktionsecken und –räume, aber auch Rückzugsmöglichkeiten.

Die Räume werden gelegentlich umgestaltet. In diesen Gestaltungsprozess werden die Kinder mit einbezogen.

 

6.5 Beobachten und Dokumentieren

 

Regelmäßige und gezielte Beobachtungen gehören zu den wichtigsten Werkzeugen unseres Teams, um die Kinder wirksam in ihren Bildungsprozessen zu unterstützen.

Beobachtungsziel ist es, die individuellen Voraussetzungen, Anlagen, Interessen und den Entwicklungsprozess jedes Kindes in regelmäßigem Abstand zu beachten und bestmögliche Förderung zu finden.

Unter anderem wird dies in den Sprachlerntagebüchern dokumentiert.

 

7. Organisation und Formen der pädagogischen Arbeit

 

7.1 Tagesablauf (Abweichungen möglich)

 

Uhrzeit

 

8:00 Uhr

Öffnung des Kinderladens    

8:00 - 9:00

Bringezeit

9:00 - 9:30

Frühstück (ungestört!!!)

9:30 - 10:00

Rest-Bringezeit und Freispiel

10:00 - 10:15

Morgenkreis

10:15 - 12:30

pädagogische Angebote, feste Termine, Freispiel, an die frische Luft gehen (täglich) etc.

12:30 - 13:30

Mittagessen

13:30 Uhr

Möglichkeit des frühen Abholens

13:30 - 14:30

Zähneputzen, Wickeln, Ausruhen

14:30 - 16:00

Freispiel, pädagogische Angebote, Rausgehen, altersentsprechende Gruppentrennungen

16:00 - 16:30

Abholzeit (freitags bis spätestens 16:00 Uhr)

16:30 Uhr

Schließung des Kinderladens

 

7.2 Ernährung

 

Beim wöchentlichen gemeinsamen Markteinkauf bei Stefan, dem Bauern unseres Vertrauens, bringen wir den Kindern nahe, welches Obst und Gemüse es zu bestimmten Jahreszeiten gibt, wo es herkommt und wie es verarbeitet wird. Durch die Großzügigkeit an Kostproben wird der Besuch bei Stefan zum Gaumenerlebnis, und den Kindern wird eine Mitbestimmung beim Einkauf ermöglicht.

 

Obst, Gemüse und Getränke stehen den Kindern den gesamten Tag zur Verfügung.

Die Mahlzeiten finden in einer möglichst entspannten Atmosphäre statt. Wir erwarten, dass die Eltern darauf Rücksicht nehmen, indem sie ihre Kinder so rechtzeitig bringen, dass sie z.B. bei Beginn des Frühstücks anwesend sind und bei den Mahlzeiten weder gebracht noch abgeholt werden. Auch können während der Mahlzeiten keine Tür- und Angelgespräche stattfinden.

Die Kinder werden nicht zum Essen gezwungen. Sie werden zum Essen ermuntert, sollen probieren, müssen aber nicht aufessen.

Die Mahlzeiten dienen nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern bedeuten auch Kommunikation und geselliges Beisammensein, z.B Austausch über Wochenenderlebnisse, Speiseplangestaltung usw.. Eine Esskultur ist uns sehr wichtig, da es in der heutigen Gesellschaft nicht genügend Zeit und Raum dafür gibt.

Wir bieten gesunde Mischkost, bestehend aus Hauptgang, Salat und Nachtisch.

Süßigkeiten sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sollten aber etwas Besonderes bleiben.

 

7.3 Festliegende Aktivitäten und besondere Bildungsangebote (Stand 2016)

 

Montag

Musik

Dienstag

Ausflugstag

Mittwoch

Vorschule, Markteinkauf, Bespielen von Instrumenten, z.B. Triola

Donnerstag

Turnen (Psychomotorik)

Freitag

Englisch

 

 

 

 

Rausgehen:

 

Ein wichtiger Bestandteil unseres Kinderladenalltags ist das tägliche Rausgehen bei Wind und Wetter, um Jahreszeiten, verschiedene Wetterlagen, Naturerlebnisse und auch Verkehrserziehung und Veränderungen in unserem Kiez und in der Stadt wahrzunehmen, z.B. neue Stolpersteine, Spielplätze usw..

 

 

Ausflüge:

 

Unsere Dienstage gehören Berlin: Erkundung und Erforschung der Stadt, samt ihrer kulturellen Angebote.

Beispiele: Theater, Museum, Wald, Park, See, S-Bahnfahrten, Flughafen, Besichtigungen etc.

 

 

Musik, Sprache und Bewegung:

 

Musik, Sprache und Bewegung sind wesentliche Bestandteile unseres Kinderladenalltags.

Neben den einmal wöchentlich stattfindenden Musik- und Psychomotorikstunden, fließen sie täglich mit in den Tagesablauf ein.

Genauere Beschreibung: siehe Anhang

 

 

Englische Früherziehung

 

Regelmäßig findet englische Früherziehung statt, die das spielerische Heranführen an die englische Sprache bedeutet.

 

 

Soziales Engagement

 

Wir ermöglichen den Kindern den Einblick in die sozialen Unterschiede und unterschiedlichen Lebensweisen in unserer Stadt, in dem wir z.B.Kleiderspenden sammeln und verteilen und aktuelle Geschehnisse aufgreifen.

Hierbei wollen wir den Kindern ein sozial gerechtes Denken vorleben und vermitteln.

 

 

Kinderladenübernachtung und -reise:

 

Einmal jährlich gibt es eine Kinderladenübernachtung, die mit einem Tagesausflug und einer Übernachtung im Kinderladen gestaltet wird.

Anschließend findet unsere fünftägige Kinderladenreise ins Berliner Umland statt. Diese dient der Bindung und dem Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl. Im Vordergrund stehen Mitgestaltung der Kinder, Spaß, gemeinsame Erlebnisse und Wohlbefinden.

 

 

Feste:

 

Regelmäßig feiern wir ausgiebig alle im Jahresablauf anfallenden Feste, wie z.B. Fasching, Ostern, Sommer und Abschied, Laternenumzug, Nikolaus, Weihnachten und Geburtstage.

Gemeinsam im Team mit den Kindern und Eltern planen und bereiten wir unsere Feste vor.

Hierzu gehören auch zweimal jährlich aufwendig geplante Musik- und Theateraufführungen.

 

 

7.4 Sauberkeitserziehung

 

Jedes Kind wird von allein sauber. Es soll den Zeitpunkt selbst bestimmen können.

8. Gestaltung von Übergängen

 

8.1 Eingewöhnung

 

Eingewöhnung ist der stetige Bindungsaufbau bis hin zur vollständigen Integration in das Kinderladengeschehen.

Vor Eintritt in den Kinderladen gibt es ein intensives Aufnahmegespräch mit den Eltern, wobei auch die Eingewöhnung genauer besprochen wird. Die Eingewöhnung wird individuell auf Kind und Eltern abgestimmt.

Vor der eigentlichen Aufnahme des Kindes wird Eltern und Kind die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit uns und der Gruppe gegeben.

Als vorteilhaft hat sich auch erwiesen, die neuen Kinder anfangs nur kurze Zeit mit einem Elternteil im Kinderladen verweilen zu lassen, um Überforderung vorzubeugen. Dies steigert sich dann bis zur kompletten Eingliederung in den Kinderladenalltag.

Wie lange die Eingewöhnung dauert, ist individuell zu gestalten. Diese Phase sollte jedoch nicht zu lange dauern.

 

8.2 Vorbereitung auf die Schule

 

Die Kinder werden auf die Schule vorbereitet, indem wir ihre Neugier, ihre Lernbereitschaft und Vorfreude auf die Schule stützen.

Wir widmen den Kindern besonders in dieser Zeit eine besondere Aufmerksamkeit in der Sprachentwicklung. Weiterhin liegt der Schwerpunkt auf Konzentration und Motivation. Dies zieht sich durch den kompletten Kinderladenalltag, vertieft sich aber in der Vorschulgruppe intensiv einmal wöchentlich eine Stunde. In der Vorschulstunde wird gezielt darauf eingegangen, was für die Einschulung notwendig ist, z.B. Sprache, Schreibschrift, mathematische Grunderfahrungen, Begegnungen mit Kunst, Literatur usw., Raum- und Zeitgefühl.

Vorschulische Bildung beginnt ab der Geburt und endet mit dem Schuleintritt und wird somit in den gesamten Kinderladenalltag ganzheitlich einbezogen. Den Kindern wird Allgemeinwissen vermittelt, was unter anderem Umwelt- und Sachbegegnungen, Verkehrserziehung, Denkerziehung (Raum und Zeit) usw. mit einbezieht.

 

9. Zusammenarbeit von Elternhaus und Kinderladen

 

9.1 Austausch von Erwartungen und Zielen

 

Dies wird ausführlich in den Aufnahmegesprächen besprochen.

 

9.2 Transparenz der Arbeit und Information über die Entwicklung des Kindes

 

Es finden regelmäßig Vorstandstreffen mit dem Erzieherteam, Elternabende, Entwicklungsgespräche und Elterngespräche statt.

 

Elternabend und Vorstandstreffen: einmal monatlich

 

Entwicklungsgespräche: finden in regelmäßigen Abständen (ca. ein- bis zweimal im Jahr) statt.

 

Elterngespräche: finden nach Bedarf statt.

 

Da wir eine kleine Einrichtung mit familiärer Atmosphäre sind, findet durchgehend ein reger Austausch statt.

 

9.3 Elternarbeit

 

Die Elternarbeit im Kinderladen dient dazu, pädagogische Kommunikation und Kooperation zu erreichen. Hierzu gehört eine jeweilige Elternaufgabe in der Gruppe; dies wird in Form von Ämtern verteilt, so dass jeder Mitverantwortung trägt für die Gesamt-Konzeption des Kinderladens, z.B. Vorstand, Wäscheamt, FestmanagerIn, Reparaturamt, Elterndienstamt usw.

 

Im Falle von Urlaub oder Krankheit einer der Mitarbeiter werden Elterndienste erforderlich, entweder im pädagogischen oder hauswirtschaftlichen Bereich.

 

 

10. Teamarbeit

 

Einmal wöchentlich findet eine Teamsitzung statt. Diese wird genutzt für die Vorbereitung der pädagogischen und organisatorischen Arbeit. Zusätzlich werden im Rahmen der Vorbereitungsstunden, die uns zur Verfügung stehen, Elternabende und Entwicklungsgespräche vorbereitet.

Weiterhin besteht ein reger Austausch während des Kinderladenalltags.

 

11. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

 

Jede(r) MitarbeiterIn nimmt regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Anschließend findet eine ausführliche Information über das mitgebrachte Wissen im Team und der Elternschaft statt.

 

Das gemeinsame Ziel des Konzeptes wird vom gesamten Team vertreten und umgesetzt. Durch die enge Zusammenarbeit im Team wird die Konzeption regelmäßig überdacht und auch nach staatlichen Vorgaben ergänzt und weiterentwickelt.

 

 

Wir hoffen, wir haben Euch ausführlich informiert, unser Konzept hat Euch überzeugt und die Lust erweckt, mit uns zusammen zu arbeiten.

Wir freuen uns auf Euch,

Matty, Mieke und Hildegard

Anhang Schwerpunkte Mieke

 

Psychomotorik

 

Der Kinderladen Hauruck geht einmal wöchentlich in die Turnhalle, wo wir für die Kinder Psychomotorik anbieten.

 

Was ist Psychomotorik?

  • Psychomotorik ist ein ganzheitliches Zusammenspiel von Körper, Psyche und Bewegung.
  • Bewegung ist Ausdruck der gesamten Persönlichkeit (und nicht nur des Körpers)

Sie beinhaltet:

  • Motorische/körperliche Entwicklung
  • Wahrnehmung
  • ICH-Entwicklung
  • emotionale Entwicklung
  • geistige (kognitive) Entwicklung
  • soziale Entwicklung
  • Sprache
  • In psychomotorischen Spielen werden alle Entwicklungsbereiche angesprochen und gefördert!

 

Ziele der Psychomotorik

Psychomotorik ist auch ein pädagogisch-therapeutisches Konzept, das die Wechselwirkung psychischer und motorischer Prozesse nutzt.

Über Bewegung wird versucht, eine Beziehung zum Kind aufzubauen, seine psychische Befindlichkeit positiv zu beeinflussen und seine Gesamtentwicklung zu unterstützen. Psychomotorische Förderung verfolgt das Ziel, über Bewegungserlebnisse zur Stabilisierung der Persönlichkeit beizutragen (Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken). Desweiteren soll auch eine Bearbeitung von motorischen Schwächen sowie Problemen des Kindes in der Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt ermöglicht werden. Ein weiteres Ziel der Psychomotorik ist es, die Eigentätigkeit des Kindes zu fördern, es zum selbstständigen Handeln anzuregen und durch Erfahrungen in der Gruppe zu einer Erweiterung seiner Handlungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit beizutragen.

 

Einige wichtige Bereiche der psychomotorischen Förderung

  • taktile Wahrnehmung (über die Haut)
  • visuelle Wahrnehmung
  • Visumotorik (Auge-Hand-Koordination)
  • akustische Wahrnehmung
  • vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewicht)
  • Tiefenwahrnehmung, Tiefensensibilität (bewusstes oder unbewusstes Wahrnehmen der einzelnen Körperteile)
  • Körperschema (Konzept, Vorstellung vom eigenen Körper)
  • kinästhetische Wahrnehmung (Wahrnehmung der eigenen Bewegung durch Informationen aus den Muskeln, Sehnen und Gelenken
  • Raum-Lage-Orientierung

 

Psychomotorik bei den Hauruckis

  • Wir versuchen, jedes Kind individuell einzubeziehen („jedes Kind da abholen, wo es gerade ist“).
  • Stärken werden unterstützt und hervorgehoben und Schwächen gefördert (vorsichtiges Herantasten).
  • Besonders wichtig ist uns dabei, das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl jedes einzelnen Kindes zu stärken.
  • Wir verwenden viele unterschiedliche Materialien und Geräte (z.B. Bälle, Tücher, Matten, Trampolin, Schwungtuch, Igelbälle, Sand- und Bohnensäckchen, Reifen usw.) zum freien Ausprobieren und zur gezielten Förderung (z.B. Rollbretter zur Förderung der Gleichgewichtswahrnehmung und der Raum-Lage-Orientierung).
  • Sozialverhalten wird gefördert durch:
    • Üben von Geduld, z.B. wenn man sich anstellen muss oder „Größere“ warten auf „Kleinere“
    • Sich gegenseitig Hilfestellung geben
    • Übungen zu zweit
    • Aufeinander-Acht-Geben beim freien Spielen
    • Im Gruppenspiel z.B. „Fischer, Fischer“ oder „Mein rechter, rechter Platz ist leer“
  • Sprachförderung z.B. durch
    • Spielanweisungen
    • Gezielte Spiele, wie z.B. Silbenklatschen, Silbentanzen, Silbenspringen, z.B. „Hexe, Hexe, was kochst du heute“
    •  

Aufbau der Turnstunde:

  • Aufwärmphase  → freies Ausprobieren
  • gezieltes Angebot
  • Entspannungsphase
  •  

Im Wechsel findet statt:

  • Phantasie-Reise
  • Bewegungsbaustelle
  • Gezieltes Thema
  • Freies Spiel

Anhang Schwerpunkte Hildegard

 

Musikalische Früherziehung

 

Die Vermittlung von Freude an Musik und Tanz ist uns in unserem Kinderladen besonders wichtig.

Dafür stellen wir in unserer Wochenplanung regelmäßig genügend Zeit zur Verfügung.

 

Musikstunde für alle:

Montags biete ich, Hildegard, von 10-11 Uhr eine Musikstunde für die ganze Gruppe an. Das Interesse und die Motivation der Kinder ist meistens so groß, dass wir oft noch ein wenig länger Musik machen.

Für die Musikstunden stehen uns zwei große, helle Dachatelierräume zur Verfügung, die außer Stühlen, Kissen, einem runden Tisch, Gemälden sowie Fotos von den Hausbewohnern an den Wänden und einer Stereoanlage frei sind von Ablenkungsgegenständen jeglicher Art.

Selbst unsere Kleinsten, die Zweijährigen, erklimmen die vielen Treppenstufen hoch zum  5. Stock und alle genießen die lichten, großzügigen Räume, die wir seit einem Jahr auch am Mittwoch- und Donnerstagnachmittag nützen können.

Für bestimmte Angebote, z.B. dem Einüben von Laternenliedern, sind jedoch der mit Vorhängen abdunkelbare Gruppenraum bzw. sogar die dunkle Hochetage geeigneter.

Im Sommer biete ich die Musikstunden gelegentlich auch im Freien an.

 

Inhalte:

Unter Berücksichtigung von Jahreszeiten, Festen und den Kindergeburtstagen, bei denen das Geburtstagskind, ggf. auch bei sich zuhause, seine Musikstunde inhaltlich selbst bestimmen kann, besonderen Befindlichkeiten und Wünschen der Gruppe, der Vorstellungswelt sowie der Bewegungsfreude der Kinder, Eingewöhnungs- und „Abschieds“-Kindern, beinhalten die Musikstunden neben einem ritualisierten Begrüßungs- und Abschiedslied u.a. Tänze und Bewegungslieder zur Auflockerung. Zu Liedern passende Handpuppen spielen gerade bei den ganz kleinen, aber auch bei sehr zurückhaltenden Kindern zuweilen eine wichtige Vermittlungsfunktion zu mir und der Musik.

 

Unterschiedliche Schwerpunkte bilden dann den Hauptteil der Stunde:

  • Singspiele und Märchenlieder, oft auch mit Verkleidungsmöglichkeiten
  • Instrumentenkunde:
    • Vorstellen und nach Möglichkeit auch Ausprobieren lassen eines Instrumentes
    • regelmäßige Einbeziehung elementarer Instrumente wie Trommeln, Glöckchen, Klanghölzer, Rasseln, Klangstäben/Glockenspiel und Kazoos
  • Projektarbeit (gemeinsam mit Kollegen) anhand musikalischer Klassiker für Kinder wie z.B.
    • Peter und der Wolf
    • Karneval der Tiere
    • Bilder einer Ausstellung
    • Zauberflöte
    • Der Nussknacker
    • Schwanensee
    • Hänsel + Gretel  (Engelbert Humperdinck)
  • Klanggeschichten
  • Gedichte, auch pantomimisch dargestellt, und Sprechstücke
  • spielerische Atem- und Stimmübungen
  • internationale Lieder und Tänze unter besonderer Berücksichtigung der im Kinderladen vertretenen Sprachen bzw. Nationalitäten
  • Bewegungsimprovisation mit Tüchern und Bändern
  • Digitale Aufnahmen (für eine Erinnerungs-CD als Abschiedsgeschenk für die Kinder, die den Kinderladen verlassen)
  • Vorbereitung und Gestaltung von Festen und Feiern mit den Eltern, gemeinsam mit meinen Kollegen (Weihnachtsfeier, Fasching, Sommerfest, Laternenfest)

Das Erlebnis der Musik mit allen Sinnen steht im Mittelpunkt der Musikstunde. Eine ganzheitliche Verbindung aus Musik, Bewegung, Stimme und Sprache ist mir wichtig. Die Kinder erleben musikalische Phänomene wie Klangfarben, Tonhöhen, Tonlängen und Dynamik. Im Wechsel von Musik und Bewegung hat Lauschen genauso seinen Platz wie Singen, Tanzen und das Spielen mit/auf elementaren Instrumenten.

Das gemeinsame Musizieren fördert Kommunikation, Kooperation, Kreativität und Fantasie der Kinder und soll verbunden sein mit Spaß und Spiel.

 

Instrumentalunterricht (Triola) für Kinder ab 3:

Jeden Mittwochnachmittag von 14 bis 15 Uhr, während die Kleinen schlafen, biete ich für interessierte Kinder Triolaunterricht an. Nach spielerischen Atemübungen am Beginn der Stunde spielen die Kinder abwechselnd oder gemeinsam Triola. Die Kinder erkennen das Grundprinzip von Notation anhand in der Farbe der jeweiligen Taste auf der Triola gemalten Noten und schreiben selbst neu gelernten Stücke mit bunten „Noten“ in ihre Hefte. Die Kinder "komponieren" auch eigene Stücke und spielen sie dann auf ihrer Triola. Selbstverständlich sind dann auch Kostproben des Triolaspiels auf den Abschieds-CDs zu hören.

Sind ältere Kinder (ab 5 Jahren) interessiert daran, zeige ich ihnen, wie das Spiel auf einer Blockflöte funktioniert.

 

Fantasiereisen, z.B. in der Mittagsruhe:

Zu einer Entspannungsmusik lese ich Traumreisen für Kinder vor.

 

Ergänzung zur Projektarbeit (gemeinsam mit Kollegen):

Klassiker für Kinder wie z.B.

  • Peter und der Wolf:
    • zur CD spielen wir das musikalische Märchen mit Fingerpuppen und Tieren
    • Welche Instrumente spielen die einzelnen Rollen?
    • Wir überlegen gemeinsam, mit welchen Instrumenten aus dem Kinderladen oder von mir wir die verschieden Figuren nachmachen können.
      Wer möchte die Rolle übernehmen?
    • CD-Aufnahme
    • evtl. Vorführung vor Eltern
    • Krönender Höhepunkt ist nach Möglichkeit anschließend ein Konzert- oder Musiktheaterbesuch
  • Karneval der Tiere:
    • Vorlesen der Geschichte
    • Bewegung zur Musik
    • Malen der auftretenden Tiere und Ausstellung der Bilder
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© Kinderladen Hauruck